Montag, 17. September 2007

Abendteuer Bethlehem

Gestern bin ich, nachdem ich es schon lange vorhatte, nach Jerusalem gekommen. Ich wollte mir einfach etwas die Altstadt ansehen, aber wusste nicht genau wo ich hinwollte, da es da eine Menge zu sehen gibt. Also dachte ich mir: Grabeskirche! Der Ort, wo gerade an Ostern riesige Menschenmassen hinpilgern. Da alles etwas unuebersichtlich ist, bin ich einfach so etwas durch die Gassen geschlaendert um mir einen Eindruck zu verschaffen. Dabei traf ich einen sehr freudlichen Araber oder auch Palaestinaenser, der aus Bethlehem kommt und soger Deutsch spricht. Er sagte er habe heute nichts mehr vor und koenne mir etwas die Stadt zeigen, was immer ich sehen wolle. Also waren wir in der Grabeskirche und fuehrte mich etwas durch die Altstadt. Er lud mich zu sich nach Bethlehm ein und meinte er koenne mir dort die Geburtskirche zeigen. Ich war guten Mutes also ging es ins nahegelegene Bethlehem. Die fahrt im Sherut war.....RASANT!!! Der Motor musste eine durchschnittliche Umdrehungszahl von 4000+ gehabt haben. Neben dem lautem Gegroehle des Motors war immer wieder das gequaelte Quietschen der Reifen zu hoehren. Kaum war man duch ein paar Wohngebiete gefahren kam man schon an der Mauer vorbei und man war 1 fix 3 in Bethlehem. Wir liefen zu seinem Haus in dem er mit seine Mutter lebt. Im gegensatz zu den Staubigen Strassen war es im Haus plitzeplank sauber und ich genoss eine sehr zuvorkommende Gastfreundschaft. Nachdem wir uns mit Grapefruitsaft und etwas Kuchen gestarkt haben sind wir zur Geburtskirche in der viele Christliche Kirchen durch eine eigene "Ecke" vertreten sind. Die Kirche ist sehr aussergewoehnlich! Man sieht an den kleinen Ueberbleibseln des Mosaikbodens und an sehr schwer wahrzunehmenden Malereien an den Saeulen, dass es einst eine praechtige Kirche gewesen sein muss bis sie von den Byzantinern zerstoert und verbrannt wurde. Heute ist sie eher ueppig aber sehr besonders.
Da war es auch schon spaet am Nachmittag und ich musste zurueck, weil ich abends dann wieder arbeiten musste. Er beschieb mir den Weg zum Checkpoint hinter dem dann schon Sheruts warten sollten. Ich verirrte mich und das war auch erst der Anfang von der Rueckfahrt. Ich verirrte mich in einer Wohngegend und landete in einer Sackgasse. Ich allein Bethlehem, kein Mensch auf der Strasse, es was schwer am Daemmern und es wurde auch richtig frisch. Nur hin und wieder kam mal ein altes klappriges Auto mit quietschenden Reifen um die Ecke gerast, mit meistens zwei jungen, stolzen Araber verschiedener Altersstufen als Insassen, zu deren Ehren ich immer schleunigst aus dem Weg sprang um nicht ueberfahren zu werden. Es war dann ein vielleicht 30 jaehriger Araber, der von einem Balkon eines schoenen Hauses mit gepflegten Vorgarten, auf englisch nur meinte "Hi, it seems you're stucked". Er erklaerte mir noch mal den Weg und ich war froh zu hoehren, dass ich doch relativ dich am Checkpoint war. Schliesslich gelang ich zum Checkpoint der auf einem Huegel lag. Da stand ich dann leicht frierend neben einer schlange Autos vor dem Tor einer Mauer, die locker vier bis fuenf Meter aus dem Boden ragt. Daneben noch ein Wachturm. Ich draengelte mich vor die Autos an den Schlater wo mich eine huebsche Israelin (ich fragte mich ob die Israelis nur ihre huebschesten Polizistinnen an die Grenzkontrollen lassen - die am Flughafen war auch schon so huebsch) freundlich in die Richtung schickte, wo man als Fussgaenger langzugehen hat. Ich landete dann in einer unuebersichtlichen Halle, sah keinen Menschen hoehrte nur laute aggressieve Rufe aus Lautsprechern in einer Sprache die ich nicht verstand. Da endeckte ich dann doch Menschen! Ueber mir standen auf einem Gitter drei Soldaten mit Maschienengewehren. Einer sach mich und winkte mich vor einen der vielen Durchgangsgitter, die alle auf Rot standen. Es dauerte ein paar Minuten, bis die groben Rufe verstummten und mein Durchgangsgitter auf gruen schaltete. Da stand ich dann von den vorrigen Rufen eingeschuechtert mit Rucksack auf dem Ruecken, Fotoapperat um den Hals und Reisepass in der Hand vor drei weiteren Soldaten mit Maschienengewehren. Ploetzlich geschah es: Die Soldaten laechelten und ich war verwirrt! Zwischen uns war nur eine Durchlaeuchtungsmschiene wie am Flughafen. Schnell die Sachen aufs Band legen und dann nichts wie durch den einsamen Tuerrahmen durch, mit der Hoffnung, auf dass er nicht piept. Uff - kein Piepen! Das erleichterte mich ein wenig. Trotzdem hieht ich den Soldaten schnell meinen Reisepass rechtfertigend unter die Nase. Die drei hatten aber allen Anschein nach nichts besseres zu tun als den vor mir, muss wohl ein Araber gewesen sein, anzuschreien, mich jetzt nett anzulaecheln, Mamis und Papis 25 Jahre alte Minolta x700 mit "Nice Camara" zu loben und meinen Reisepass nicht zu beachten! Irritiert ging ich weiter und hielt einem weiteren Soldaten an einer weiteren Durchgangssperre meinen Reisepass unter die Nase, der mich, ohne auch nur einen Blick auf meinen Reisepass zu verschwenden, durchwinkte. Frechheit meinen Reisepass so zu demuetigen! Ich kam aus dem schraeklichen Gebaeude raus, es war schon fast dunkel und rechts von mir begruesste mich ein Banner mit der Aufschrift "Jerusalem-Bethlehem - Love and Peace".
Ich kam zur Strasse an der drei Reisebusse standen aber nicht wie ich dachte drei Sheruts. Ich wartete kurz, dann fragte ich einen Busfahrer wo denn die Sheruts seien, der mir dann sagte, dass eins kommen solle. Also warte ich etwas und sah wie ein Moslimisches Ehepaar anfang in die einzig moegliche Richtung zu laufen. Ich wartete noch etwas, es wurde dunkel und ich ging wieder zum Busfahrer, der mir dann sagte, dass eins kommen solle, aber wenn ich schon mal los laufe komme ich an eine Strasse, an der mehr Busse fahren. Also lief ich los und kam an die besagte Strasse. Busse kamen aber nicht. Also richtete ich meinen Finger auf die Strasse und hoffte, dass mich jemand mitnimmt. Es hielt ein Taxi, schickte es aber wieder weg, weil mir 50 Schekel zu teuer waren. Ich warte weiter und lief zusammen mit dem Moslimischen Ehepaar weiter nach Jerusalem und hofften auf einen Bus. Da, wieder ein Taxi! "How much is it to the Jaffa Road?", fragte ich. "5o Shekels", antwortete der Fahrer. "Scheiss aufs Geld, ich will hier weg!!", dache ich mir und stieg ein in mit der Hoffnung, dass das Ehepaar auch einstieg, weil wir uns die Fahrt haetten teilen koennen. Sie wollten auch, aber der Fahrer wollte sie nicht in seinem Taxi haben. So kam ich dann zum Busbahnhof und in den Bus den ich brauchte. Ich war so erleichtert als ich im Bus sass, dass ich einschlief. Ich wache auf und sah in den Sitzen vor mir nur orthodoxe Juden und Haeuser an den Strassenraendern. "Supi! Ich bin in Kyriat Yearim (eine juedische Siedlung, desshalb die ganzen orthodoxen Juden), da bin ich ja in fuenf Minuten in Jad haShmona! Der Bus hiehlt, alle stiegen aus und ich blieb erwartungsvoll sitzen. Da sah mich der Busfahrer duch den Spiegel an und ruf mir etwas auf Hebaeisch zu. Ich ging nach forne und sagt nur "Jad haShmona". Daraufhin fuchtelte er mit seinen Haenden in der Luft herum und schrie mich an. Ich verstand kein Wort, wusste dass mir da auch nicht mein "Kauderwelsch - Hebraeisch"-Buch weiterhelfen wuerde, bedankte mich und stieg aus. 20 Minuten spaeter erreichte ich dann endlich Jad haShomna.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Liest sich nett dein Blog, hoffe du bist beim Wachehalten noch nicht umgekommen.

Gruß Lukas

Anonym hat gesagt…

...vor Langeweile wahrscheinlich! ;-)