Mittwoch, 5. September 2007

Je später der abend....

Eine Woche ist jetzt schon fast rum und ich muss schwer nachdenken, was ich alles gemacht habe.
Ich kam sehr unkompliziert recht frueh in Jad hsShmona an. Das lag daran, dass ich im Flugzeug von Prag nach Tel Aviv zufällig neben einer Frau sass, die Jad haShmona kennt und selber nach Jerusalem gefahren ist. Sie hat mir sehr geholfen, was fuer mich entsprechend entspannend war.
Zunächst ein paar Worte zu Jad haShmona, da ich die meiste Zeit hier verbringe:
Jad haShmona ist ein Moshav, der etwa 15 km westlich von Jerusalem liegt. Man kommt sehr einfach weg und ist auch ganz schnell dort, wo man hin möchte. Ich lebe hier sehr einfach und Orte wie zum Beispiel das Klo sind absolut keine Pracht. Jad haShmona selber ist allerdings sehr schön und liegt sehr edyllisch auf einem Huegel. Die Leute vom Moshav und die Voluntäre sind sehr nett und offen und gar nicht so schroff, wie man es von vielen Israelis behauptet. Das Schönste ist hier der "Biblical Garden". Das ist ein Garten, der unglaublich schoen an einem Hang angelegt ist, sodass man eine tolle Aussicht auf das Umland hat. Man blickt richtung Westen, sodass man dort wärend des Sonnenuntergangs wunderbar seine Seele baumeln lassen, und sonst gemuetlich sitzen, entspannen, lesen und was immer man in Ruhe machen möchte, machen kann. Nicht umsonst waren hier in der Zeit, in der ich hier bin schon zwei Hochzeiten in dem Biblical Garden.
Ich hatte das Glueck, dass ich durch den Sabbat, der Freitags um 17:00 Uhr beginnt und Samstags um 20:00 uhr endet, zwei freie Tage ohne arbeite hatte. Ich hatte also Zeit die Volutäre und den Ort kennen zu lernen. Freitag abend war von den IBEX-Schuelern (IBEX ist ein Theologisches College in CA) organierter Gottesdienst. Samstag morgen war auch schon der nächste vom Moshav und da war der Sabbat auch schon fast vorbei. Am Nachmittag habe die Gelegenheit spontan genutzt mit einem Jungen Ehepaar aus Columbien nach Jerusalem zu fahren. Der Chef vom Restaurant ist Araber und musste nach Jerusalem, was unsere Chance war, weil wärend des Sabbats kein Bus fährt. Der Nachmittag war echt super! Jerusalem war wie eine Geisterstadt. Kein Mensch war auf der Strasse vom "neuem" Jerusalem! Echt tote Hose auf der Hauptgeschäftsstrasse! In der Altstadt war es aber etwas belebter. Wäre dort auch niemand gewesen hätte ich es auch mit der Angst zu tun bekommen. Wir hatten leider nicht viel Zeit also sind wir nur etwas durch das Christliche, Arminische und Juedische Viertel geschländert und waren an der Klagemauer. Jerusalem ist sehr beindruckend, allerdings weiss ich noch nicht genau, was ich von Jerusalem halten soll. Viele hier machen ein riesen Ding aus Jerusalem, aber ich finde es auch etwas Verrueckt. Vorraussichtlich werde ich am Freitag wieder dort sein.
Am Sonntag musste ich dann zum ersten Mal arbeiten. Ich bin bei der Nachtwache, hatte einen Armee-Schnellkurs und laufe jetzt 4x in einer Nacht mit einer Handfeuerwaffe duch Jad hsShmona. Nein, Spass beiseite. Es ist ein recht lockerer Job. Das schwierigste ist die Augen offen zu halten. Die Gegend hier ist auch absolut sicher! Die Nachtwache ist nur zur Prävention gegen Einbrueche. Um 22:00 Uhr geht es los und bis 7:00 Uhr ueberwacht man die Kameras und läuft/fährt Patrouille ein paar mal in der Nacht. Der Sinn ist nicht Einbrächer zu fangen sondern präsent zu sein, dass gar nicht erst Einbrecher kommen, oder wieder abhauen. Also: Kein Grund zur Sorge. Gefährlicher wäre es, dass man sich beim Housekeeping verletzt. Im moment hänge ich hier mit zwei anderen Volutären aus den USA und Kroatien rum.
Neulich war ich mit zwei Finnen am Strand von Tel Aviv. Der Strand und das Wasser waren wirklich schön aber Tel Aviv war nur hässlich und ohne Charakter. Villeicht waren wir auch einfach in der falschen Ecke.
Heute war ich aber bei Abu Gosh und Quiriat Yearim bei einer Kirche von den Kreuzrittern. Die Kirche selber hat eine lange Geschichte hinter sich. Viel "wichtiger" ist aber, dass an dem Ort an dem die Kirche steht (Es ist ein Huegel und dazu auch ein Tell), die Bundeslade 60 Jahre lang aufgehoben wurde, nachdem sie in der Hand der Philister war und diese sie verloren hatten, bis sie von König David nach Jerusalem gebracht wurde.
Es gibt hier wirklich viel zu sehen und zu erleben. Meiner Einer setzt sich jetzt aber ins Auto und fährt eine Runde.

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