Am Montag war es mal wieder soweit und es klingt fast schon nach Routine: Ein freier Tag! Dieses mal nur einer, aber trotzdem genug Zeit um etwas zu unternehmen. Um 7 Uhr war meine Schicht vorbei, die Sonne schien wie an allen vorigen Tagen seit meinem Israelaufenthalt und ich hatte bereits 15 Stunden nicht geschlafen. Also die besten Grundvorraussetzungen für einen Ausflug ans Tote Meer! Schnell gefrühstückt und Sachen gepackt und schon gings auf den letzten Drücker los an die Bushaltestelle. Fast wie erwartet und hier im Blog schon gar nicht mehr erwehnenswert, kam der Bus nicht, dafür aber eine nette Frau vom Moshav, die uns (Chrisi, eine Voluntärin aus Deutschland, und mich) nach Jerusalem mitnahm. Dort entschieden wir uns zuerst die ehemalige Festung Masada zu besichtigen und dann in Richtung Wasser zu fahren. Am Fuß der Berges angekommen, entscheiden wir uns in Anbetracht der vielen Zeit, die wir hatten und des Geldes, das wir nicht hatten, zu laufen, anstatt mit der Gondel zu fahren. Wir schlenderten los und bestaunteten die vielen anderen Deutschen Touristen, mit was für einen sportlichen Engagement sie den Berg hinauf oder hinab rannten. Teilweise noch mit Kommentaren wie: "Hier, wie bei den Gebirgsjägern! Das jetzt nur noch mit einem 30 kg Rucksack UND MG kommt auch noch!...". Mir war dann die etwas gediegernere Variante mit FlipFlops im "Jesus-Style" lieber. Als wir oben ankamen, wurden wir von den anderen Deutschen Touries begrüßt, die unserem Schuhwerk höchsten Respekt aussprachen. Es war dann um die Mittagszeit als wir die 400 Höhenmeter auf 3 km hinter uns brachten und uns dann schätzungsweise auf ca. 0m auf dem Meeresspiegel befanden. Wozu dann überhaupt der ganze Stress?!
Die Sonne brannte und die Lust auf Ruinen war uns auch vergangen. Wir schehrten alle Berge, Felsen und Ruinen einfach über den ruhmreichen Kamm der Steine, schossen Fotos für die Zurückgeblibenen in der Heimat und liefen auf der Hochebene herum. Uns wurde dann entscheiden zu heiß unter der Sonne und mussten den Berg jetzt wieder hinunter. Wir hatten doppeltes Glück, weil zum einen der Abstieg sehr fix ging und zum anderen es nicht mehr so knall heiß war, als wir in En Gedi zum schwimmen ankamen. Es war sogar schon relativ spät. Wir hielten uns also auch nicht sehr lange am Wasser auf. Nur schnell das "Drifting in the Water" genossen, Fotos geschossen, an nächsten Kiosk ein Eis gekauft und ab an die Bushaltestelle in der Hoffnung, dass der Bus bald kommt (was man nie weiß). Soweit sogut! Nur schade, dass es so nicht bleiben sollte. Um etwa 16:30 Uhr waren wir an der Bushaltestelle und ab diesem Moment war Gedult und Durchhaltevermögen gefragt.
Mir wurde langweilig und wurde müde, Chrisi wurde auch langweilig, wurde müde, bekam Kopfschmerzen und wurde übel. Nach einer dreiviertel Stunde kam dann der Bus! So schnell er plötzlich da war, war er auch wieder weg. Um 18:30 Uhr kam dann nun endlich der nächste Bus, der uns dann auch mitnahm. Mir war immernoch langweilig und war inzwischen nach 26,5 Stunden so müde, dass ich ohne lange Wiederstand leisten zu können, es war inzwischen auch schon längst dunkel, einschlief. Und Chrisi? Nun ja, ich wachte so nach einer halben Stunde Schlaf auf, hatte keine Ahnung, wo ich bin aber fragte Chrisi wie es ihr ginge, woraufhin sie nur mit dem Kommentar "Das war dann wohl mein Eis" kurz einen Plastikbeutel mit einer undefinierbaren Flüssigkeit anhob. Ich sagte, dass wir sicher bald in Jerusalem seien und wir dann sicher auch ganz schnell wieder in Jad hsShmona sind. War leider nicht so. Aber nach einer ziehenden Fahrt, einem kurzen Aufenthalt in Jerusalem und einer weiteren kürzeren Fahrt kamen wir dann doch recht happy, unversehrt und mit Sonnenstich in Jad haShmona an.

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