Freitag, 23. November 2007

Jordanien und zurueck

Jetzt bin ich schon drei Monate weg, verlasse bald den Moshav aber war sonst nie laenger unterwegs als 2 Tage. Letzte Woche hatte ich endlich mal die Moeglichkeit fuer laengere Zeit etwas zu unternehmen, da ich eine ganze Woche frei hatte. Mein Ziel war Jordanien und davor ein Tag Ruhe in Eilat.
Mein erster Stopp war also in Eilat, wo ich das Glueck hatte gleich auf dem Weg vom Busbahnhof zum Hostel ein deutsches Paerchen, Alexandra und Andre, zu treffen, die auch nach nach Jordanien weiterreisen wollten. In Eilat gab es nichts bosonderes ausser eine Landebahn, die direkt in die Innenstadt fuehrt, Strand und Korallen mit Fischen im Meer. Ich kombinierte also die letzten beiden Punkte und verbrachte einen Nachmittag mit Schnorcheln. Ansonsten bin ich durch Eilat gelaufen und habe geschlafen. An einem Abend habe ich mich noch mit einem Israeli getroffen, den ich im Bus getroffen hatte.
Am sonntag Vormittag wurde es also ernst! Keinen halben Katzensprung entfernt liegt Jordanien und dazwischen die Grenze. Fuer mich immer ein aufregendes Erlebnis! Es war dann aber doch ganz harmlos. Der Taxifahrer, den wir baten uns nach Wadi Rum zu fahren, vermittelte uns erst zu seinem Bruder, der uns dann dort hin fuhr. In Wadi Rum trafen wir dann noch auf fuenf weitere Reisende, woraus sich eine Gruppe bildete, die sich in dieser Woch immer wieder zusammenkam. Unser Kontaktmann fuer eine Unterkunft in der Wueste, der uns auch guenstig hereinschleussete hiess Mohammed, der vertraute uns wiederum seinen Bruedern und Cousins an. Am fuehen Nachmittag startete also mein insgesamt zweiter Wuestenaufenthalt. Wir wurden in einem alten Toyota-Jeep in Minimalausstattung, die nicht mal einen Zuendschluessen beinhaltete, durch die Wueste kutschiert. Ich habe noch nie in einer richtigen fahrenden Kutsche gesessen aber die Fahrten mit dem Jeep waren sicher ganz aenlich. Stellt euch einfach vor, ihr sitzt in einer Kutsche des 16. Jahrhunderts und prescht damit ueber die damaligen holprigen Wege in einer Geschwindigkeit, mit der man auf so mancher modernen Landstrasse in Deutschland geblitzt werden kann. Auf dieser Art und Weise kamen wir also in der Wueste von A ueber B nach C. An der zweiten oder dritten Sehenswuerdigkeit in der Wueste geschah es, dass der zweite Jeep nicht mehr anspringen wollte. Das Problem wurde von den Beduinen ganz natuerlich mit Wasser und einem Stein geloest. Fuer mich amuesant, fuer Autobildleser, die lesen, dass bei Autos zukuenftig anhand von Computern die Panne festgestellt und soweit das Problem in der Elektronik liegt, auch behoben werden kann, unverstellbar. Zum Glueck bestand das Wesentliche der Elektronik an den drei Stromkabeln, die zum Starten des Motors aneinander gehalten wurden. Zum Sonnenuntergang sind wir dann in unserem "Sunshine-camp" angekommen. Es wurde zum Abend auch ganz schoen kalt und ich traeumte waehrend des Sonnenuntergangs neben meinen ueblichen Traeumereien insbesondere von der Jacke, die ich mir zuvor in Jerusalem nicht gekauft hatte. Abendessen und davor schon Tee gab es in einem gemuetlichen warmen Zelt. Anschliessend, sassen alle, unsere achtkoepfige Gruppe und eine weitere grosse Gruppe, unter dem hellen Sternenhimmel an einem Lagerfeuer waehrend die Beduinen Musik machten und sangen.
Am naechsten Morgen reisten alle, ausser ein polnisches Paechen, einen Hollaender und mir, ab. Unser Ziel des Tages war der Gipfel der Berges Adani, welcher mit 1854 Metern der hoechste Berg Jordaniens ist. Im Gegensatz zu allen anderen Bergen, auf denen ich war, war dort keinerlei Weg oder Pfad zu finden. Unser Guide erwies sich als sehr wertvoll. Er lief ganz unbekuemmert in seinen Schlappen rauchend den steilen, steinigen Weg hinauf, waehrend wir in festen Schuhwerk hinterher krakselten. Vom Gipfel aus hatten wir dann einen unbeschreiblichen Ausblick auf die bizarren Felsen und Berge der Wueste und dem bunten Sand, in dem alles eingebettet war.
Nach einem langen Aufenthalt auf dem Gipfel stiegen wir von dem Berg wieder hinab und fuhren mit ein paar Zwischenstopps zum Lager zurueck. Ich weiss es klingt langweilig, aber im Lager herrschte absolute Stille. Nur wenn ich etwas lief, hoehrte ich meine Schritte im Sand oder wenn etwas Wind durch die Wueste zog, hoehrte ich das Rauschen in meinen Ohren. Ich koennte ganz ehrlich Tage damit verbringen diesem Nichts zuzuhoehren! Zum Glueck kann ich mir im weitern Verlauf meiner Reise die Zeit dazu nehmen.
Am naechsten Tag bin ich mit dem polnischen Paar nach Petra gefahren. Die Fahrt selber war sehr gruselig. Das Taxi war tiefergelegt, sodass wir aussteigen mussten, als eine Schwelle kam, getuned und der Fahrer war ein Prolo, der mit 160 ueber die Strassen raste. Die Geschwindigkeit und die Fahrweise war noch das geringere Uebel. Mir war viel unheimlicher, dass das Taxi schon beim Fahren von nicht so schnellen Geschwindigkeiten schlengelte und der Fahrer das Lenkrad auch immer schief hielt, damit der Taxt geradeaus fuhr. Wir kamen dann aber doch heile in Petra an. Und dieser Tag war nicht irgendein Tag. Es waren Wahlen in Jordanien was fuer die Jordanier Grund genug ist um durchzudrehen. Die Strassen waren voll mit hupenden Autos, die mit Jordanischen Flaggen und Plakaten der Kandidaten geschmueckt waren. Die kein Auto hatten waren so auf den Strassen. Glueck fuer uns. Wir wurden so von Anhaengern des Dr. Hunny zum Fladenbrot und Humus eingeladen. Frisch gestaerkt ging es also zum Wadi Musa. Dort warteten schon horrende Eintrittspreise auf uns. Eintagesticket: 20 Dinar (ca. 20 Euro), Zweitagesticket: 26 Dinar. Wir kauften uns also das Zweitagesticket und betraten den Wadi Musa ohne kontrolliert zu werden. Unmoeglich! Wir hatten eine intensieve Zeit in Petra, weshalb ich dann mit Dana und Bartocz am naechsten Tag nicht von unserem verschwendeten Ticket gebraucht machten sondern mit Alexandra und Andre nach Madaba fuhr. Dort gab es Mosaiken zu bestaunen und ein Halbtagestrip auf den Berg Nebo, ans Tote Meer und zum entspannen dann noch in die Becken eines heissen Wasserfalls. Am naechsten Tag ging es dann schon wieder an die Grenze und zurueck nach Israel mit dem Vorsatz noch mal nach Jordanien zu reisen...